16. Tag (06.10.2007): Victoria Falls

Guide Richard Heute haben wir einen Tagesausflug zu den Victoria Falls gebucht. Wir sind mit einer lustigen internationalen  Truppe unterwegs gewesen. Getoppt wurde das von Richard, unserem botsuanischen Fahrer und Guide. Ein prima Kerl.

Den Victoria Falls kann man sich sowohl von Sambia- als auch von Simbabwe-Seite aus nähern. Wir sind in Simbabwe eingereist, was mich persönlich nicht unbedingt wegen der dort herrschenden politischen Situation glücklich gemacht hat. Die Regierung Simbabwes braucht offensichtlich Geld. Allein das Tagesvisum für die Einreise kostet pro Person 25 EUR. Eine Teilnehmerin unserer Gruppe berichtete, dass bis vor kurzem nur die Währungen US$, Rand und Pula akzeptiert wurde. Inzwischen hat sich das geändert. Akzeptiert wird inzwischen alles, was wie Währung aussieht, liebend gerne also auch der Euro. Auf dem Weg zu den Vic-Falls kommen wir an einem Spar-Markt vorbei. Als es uns auffällt (denn Spar gibt es in Namibia und Botsuana an jeder Ecke), meinte Richard nur, dass es einen Markt gäbe, der aber leider leer stehe. Dort gibt es nichts zu kaufen. Zu weiteren Äußerungen bzgl. der Situation in dem Land lässt er sich aber nicht hinreißen.

Schild am Eingang zu den Victoria Falls Der Eintrittspreis zu den Vic-Falls wird abhängig gemacht, aus welchem Land man kommt. Mitreisende aus Portugal zahlen pro Person 20 Rand weniger als wir Deutsche (150 ZAR p.P.). Das nächste Mal sage ich einfach, dass ich aus Südafrika komme... :)

Victoria Falls Victoria Falls Die Victoria-Fälle jedenfalls sind mehr als beeindruckend. Riesige Wassermengen stürzen bis zu 110 Meter in die tiefe. Teilweise war der Rand nicht abgezäunt und man konnte einen vorsichtigen Blick nach unten wagen. 

In de Regenzeit sollen hier bis zu 550 Millionen Liter Wasser pro Minute herabstürzen. Das ist bestimmt nochmals ein eigenes Erlebnis. Für uns waren die vielen kleineren Wasserfälle schon reizvoll genug, denn wir konnten so den Weg des Wassers genauer verfolgen. Hier werden wir bestimmt wieder hinkommen.

Souvenirmarkt in Simbabwe Giraffenkauf in Simbabwe Auf dem Rückweg gab es noch einen Halt auf einem riesigen Souvenirmarkt. Hier haben wir unsere Holzgiraffe ergattert, die gegen einen kleinen zusätzlichen Obulus noch professionell für den Transport verpackt wurde. Daneben sind noch ein paar Kleinigkeiten gegen Tausch kleinerer Scheine in unseren Besitz gelangt. Der Markt ist sehr vielfältig. Dort sollte jeder etwas finden, der nach afrikanischen Andenken aus Holz oder Speckstein sucht. Allerdings sind die Händler dort recht aufdringlich und man muss ein dickes Fell haben und die Ohren teilweise auf Durchzug stellen. Handeln ist Pflicht. So wollten der Händler dort zunächst 250 EUR für die Giraffe haben. Ein völlig utopischer Preis. Aus Swakopmund wusste ich noch, wie viel ich für meine erste Giraffe bezahlt hatte (40 EUR) und auf den sind die Händler auch eingegangen ohne groß weiter zu handeln. Wahrscheinlich hätte ich sie auch für weniger bekommen, aber ich denke, dass es für beide Seiten eine Win-Win Situation war.

Victoria Falls Hotel in Simbabwe Victoria Falls Hotel in Simbabwe Eine weitere Station war das Victoria Falls Hotel. Hier stoßen die Welten aufeinander. Leerer Spar-Markt für die Bevölkerung auf der einen Seite, imperialistischer Kolonialstil auf der anderen Seite. Ich bin sicher, dass der Rasen weiterhin gepflegt und bewässert wird, selbst, wenn vor der Tür die Bevölkerung verreckt. Keine Frage, das Hotel ist sehr imposant, ein toller Baustil, sehr gepflegt, absolut gehobenes Ambiente. Als Währung wird alles akzeptiert, was nicht Zimbabwe Dollar heißt. Die Preise auf der Speisekarte sind in US$ ausgezeichnet und können durchaus als "unverschämt" betitelt werden.  Wer bezahlt schon für ein Kännchen Tee und ein Schnittchen mit Lachs 25 US$??  

Abends trafen wir uns noch mit Christine und Mark zum Dinner, die mit uns gemeinsam an den Vic-Falls. Es ist jedes Mal toll, die Erlebnisse anderer mitzuerleben, die sowohl ähnlich als auch teilweise völlig unterschiedlich sind. Herzliche Grüße an dieser Stelle an euch beide! War wirklich ein netter Abend!

Auf dem Weg zu unserem Zelt lernten wir noch Rassie aus Cape Town kennen, mit dem wir noch an unserem Zeltplatz über Südafrika, Deutschland, Cape Town, Afrika, Vögel, Tiere allgemein, Fotos, Mayer-Briggs und unzähligen anderen Dingen bei Bier, Amarula und Bacardi-Cola philosophiert haben. 

Diese Nacht schien es deutlich ruhiger gewesen zu sein. Ich fürchte nur, dass die Geduld der anderen Reisenden auf dem Platz durch uns ein wenig strapaziert wurde ;)

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