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Wir packen alles zusammen und fahren Richtung Okaukuejo. Die Straße ist wie leergefegt. Es sind kaum Tiere in Sicht, egal, welches Wasserloch wir anfahren. Hier ein paar Impalas, dort vereinzelt ein Zebra.
Kurz bevor wir in Okaukuejo ankommen, sehen wir schon von weitem weitere Elefanten am Wasserloch "Nebrowni". Hier hat der Schlamm die Farbe von Kalk und so sehen die eingeschlammten Elefanten alle aus wie Gipsstatuen, als sie nach ihrem Bad regungslos in der Sonne stehen, um zu trocknen.
In Okaukuejo habe ich ein Luxus-Bungalow gemietet, um näher am Wasserloch zu sein. Vor vier Jahren war es so, dass man ein ganzes Haus bekommen hat. nach der Renovierung ist das nicht mehr so. Das Haus ist in der Mitte geteilt worden und jede Parte hat quasi eine Doppelhaushälfte. Diese Doppelhaushälfte besteht aus einem Schlafzimmer und einem Bad. (Anmerkung: Panoramabild folgt) In dem Schlafzimmer ist ein Kühlschrank untergebracht. Eine Anrichte für das Zubereiten von Mahlzeiten oder eine Spüle gibt es nicht. Offensichtlich geht die Parkverwaltung davon aus, dass jemand, der sich diese Unterkunft leistet, grundsätzlich im Restaurant essen geht. Ebenso fehlt eine Feuerstelle. Es mag jedoch sein, dass im Rahmen der Renovierung, die noch nicht abgeschlossen ist, eine Feuerstelle vorgesehen ist.
Nach dem Einchecken, der Schlüsselübergabe und einer kurzen Inspektion des hauseigenen Wasserlochs fahren wir los Richtung "Olifantsbad". Kaum sind wir da, sehen wir eine Giraffe trinken. Das ist ein bis dahin eher seltener Anblick in dieser Reise. Mir ist noch nicht klar, was Giraffen aufschrecken lässt. Autos und deren Geräusche scheint es nicht unbedingt zu sein.
Das Gate schließt um 18.50h und so müssen wir wieder los. Auf dem Weg zum Camp sehen wir, dass alle Elefanten weitergezogen sind. Just in time passieren wir das Gate, bevor es hinter uns geschlossen wird. :)
Am Wasserloch des Camps stehen einige Giraffen unschlüssig herum und inspizieren es argwöhnisch. Wir beschließen, einen kurzen Imbiss vorzubereiten und den Abend am Wasserloch zu verbringen. Als wir zurückkommen, ist es passiert. Die Giraffengruppe trinkt. Es sind neun Tiere, die sich an das Wasser begeben haben. Giraffen haben kaum Feinde. Die gefährlichste Aktion für sie ist das Trinken. Damit sie ihren langen Hals zum Boden bewegen können, müssen sie ihre Vorderbeine spreizen. In dieser Position sind sie angreifbar. Dementsprechend nervös sind sie. Ihre Trinkphasen werden oft durch Aufschrecken und plötzliches Aufrichten unterbrochen. Dabei erschrickt nie die ganze Gruppe, wie es in anderen Herden üblich ist, sondern jedes einzelne Tier hat offensichtlich individuelle Warnsignale, auf die es reagiert. Dementsprechend lange dauert die Prozedur.
Es geht zu wie bei einer Tankstelle. Nachdem die Giraffen die Bühne verlassen hatten, kommen zwei Nashörner, danach eine Hyäne und ein Elefant.
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