Heute stehen der nordwestliche Teil des Etosha-Parks und die Etosha-Pfanne auf dem Programm. Die Gegend wird immer karger, je näher wir uns der Salzwüste nähern. Wie mit einem Stift gezeichnet hört jegliche Vegetation auf und wir stehen mitten in dem eingetrockneten Salzsee, in die ein Weg etwa 2 km hinein fährt. Diese Entfernung reicht schon aus, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie einsam und lebensfeindlich diese Umgebung ist. Und trotzdem: am Horizont erkennen wir eine Gruppe Zebras, die durch die Wüste wandern. Wie halten die das nur aus?
Zurück in den belebten Teil des Parks fahren wir eine weite Schleife um unser Camp herum. Scheinbar wird dieser Weg nicht so häufig gefahren, denn die Padbeschaffenheit wird immer schlechter. Dafür dürfen wir wieder die Einsamkeit genießen.
Wasser ist ein knappes Gut in dieser Gegend. Das wird ganz besonders deutlich, als eine riesige Herde Zebras unsere Straße kreuzt, um an ein nicht weit entferntes Wasserloch zu gelangen. Es sind hunderte Tiere und bis die alle an ihrem Zielort sind, vergeht mehr als eine halbe Stunde. In dieser Zeit ist an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Wir stellen uns die Frage, wie diese Tiere hier überleben können?
Zebras sind sehr starke und genauso schreckhafte Tiere. Nur vorsichtig nähern sie sich dem Wasser und schrecken bei jedem ungewöhnlichen Geräusch panikartig auf.
Da! Geier! In einiger Entfernung können wir sehen, wie sich einige Geier mit einem Schakal um ein Stück Aas streiten. Es scheint, als hätten die Geier mächtig Angst vor dem kleinen "Hund". Irgendwann wird es ihm aber zu bunt und er schnappt sich ein großes Stück Aas und überlässt den Geiern den Rest. Trotz 480mm-Zoom ist die Entfernung leider zu groß, um wirklich gute Fotos zu machen. Trotzdem kann ich meinen Finger nicht vom Auslöser nehmen.
Es ist inzwischen Nachmittag und wir beschließen, den Abend mit einem leckeren Essen und einem Wein zu genießen und die Tiere am Wasserloch des Camps zu beobachten und uns von Etosha langsam zu verabschieden.
Auf dem Weg zurück ins Camp begegnen wir einem alten, mürrischen Elefantenbullen, der unseren Weg kreuzt. Respektvoll halten wir deutlich mehr Abstand als gewöhnlich. Offensichtlich hat er gerade ein Schlammbad gehabt, denn der Schlamm auf seinem Körper ist teilweise noch feucht. Er guckt argwöhnisch in unsere Richtung und zieht weiter.
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