20. Mai: Waterberg

Schweren Herzens nehmen wir Abschied vom Etosha Nationalpark. Zu schön waren die letzten Tage. Die "Waterberg Wilderness Lodge" ist unser nächstes Ziel. Waterberg liegt zwischen Etosha und Windhoek. Bei der Anfahrt stellen wir fest, dass die Niederschlagsmenge hier deutlich höher sein muss. Alles ist viel grüner. Da wir tagelang mehr oder weniger durch die Wüste gefahren sind, sticht uns das fast schon ins Auge.waterberg_uebersicht.jpg

waterberg_weg.jpgÜberrascht stellen wir fest, dass nicht nur die B1, sondern auch die Nebenstraße geteert ist, so dass wir schnell vorankommen. Das letzte Stückchen zu unserem Ziel ist wieder Pad. Als wir auf das Gelände der Lodge fahren, wird es absolut abenteuerlich. Es fährt nur noch ein einspuriger Weg zu den Gebäuden, der recht abenteuerlich zu befahren ist.

Wir überlegen uns, wie wir den Weg geschafft hätten, wenn es geregnet hätte... was uns erwartet, übertrifft unsere Erwartungen bei weitem. Die Besitzer haben mitten im Busch eine eigene Welt erschaffen. Wir fühlen uns sofort richtig wohl und ärgern uns ein wenig, dass wir unsere Zeit in Twyfelfontein verschwendet haben. Die unterschiedlichsten Pflanzen wurden hier angesiedelt: Gummi- und Zitronenbäume, Bananenstauden und ein wahrer Bambuswald verzaubern uns sofort. Uns wird gleich das Angebot gemacht, dass wir nach Kaffee und Kuchen mit einem Guide auf das Waterberg-Plateau steigen. Das müssen wir natürlich mitnehmen. Ein weiteres Gästepaar begleitet uns.

Auf dem Weg nach oben begegnen uns Paviane und Kudus. Die Affen mit ihren Jungen beobachten uns argwöhnisch und befinden uns wohl als nicht gefährlich und stören sich dann doch nicht weiter an uns. Auch soll es hier Leoparden geben. Insgesamt ist es schon recht aufregend, zwischen den wilden Tieren frei umher zu gehen. Denn im Gegensatz zu Etosha schützt uns nun kein Auto, aus dem wir alles beobachten können.

waterberg_sundowner.jpg

Auf dem Plateau angekommen erwartet uns ein fantastischer Ausblick. Die Sonne geht langsam unter und taucht die Berge in ein tolles Rot. Nach kurzer Zeit müssen wir den Abstieg antreten, denn sie Sonne geht sehr schnell unter und in der Dunkelheit wäre ein Abstieg mörderisch. Daher nehmen wir den "Tourguide-Weg" und nicht den Standard-Touristen-Weg nach unten. Dass niemandem etwas passiert ist, ist schon ein kleines Wunder. Denn der Weg geht ziemlich steil abwärts Über Geröll und Kies. Pünktlich zur totalen Dunkelheit kommen wir wieder unten an, wo uns ein prasselndes Lagerfeuer und kühle Getränke erwarten.

waterberg_feuer.jpgNach einer kurzen Pause geht es unter die nötig gewordene Dusche und alle zusammen treffen sich anschließend zum gemeinsamen Abendbrot. Die Lodge hat eher den Charme einer Gästefarm und nicht eines Hotels. Der Hausherr speiste mit uns. Es sind insgesamt 15 Gäste, die an einem großen Tisch gemeinsam essen. Sie müssen alle eingetroffen sein, während wir auf den Berg gestiegen sind. Nach dem reichhaltigen Menü ging es noch raus an ein großes Lagerfeuer, um das wir uns alle gesetzt haben. Die bisherigen Reiseerlebnisse in Namibia sorgten für viel Gesprächsstoff und es war sehr spannend, den Berichten der anderen zu lauschen. Aber auch die Berichte aus dem "Nähkästchen" des Hausherren über das Leben in Namibia war sehr lehrreich. Endlich bekamen wir einen Einblick hinter die Kulissen dieses Landes. Ein toller Tag!

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